Brittany Ferries streicht Fährverbindung zwischen Portsmouth und Le Havre vorzeitig
Wie die BBC berichtet, zieht Brittany Ferries die letzten Überfahrten dort nicht erst zum angekündigten Datum am 28.

Wenn der fest eingeplante Heimweg plötzlich wegfällt
Du stehst im Hafen von Le Havre, der Törn entlang der normannischen Küste war wunderschön, der Wind hat mitgespielt, und jetzt – wenige Tage vor der geplanten Rückreise – erreicht dich eine Mail: Die letzte Fähre fällt aus. Genau diese Situation droht allen, die für ihren Heimweg auf die Strecke Portsmouth–Le Havre gesetzt haben. Wie die BBC berichtet, zieht Brittany Ferries die letzten Überfahrten dort nicht erst zum angekündigten Datum am 28. September zurück, sondern beendet die Linie vorzeitig. Grund ist nach Angaben des Unternehmens ein technisches Problem an der Commodore Clipper, dem Schiff, das diese Verbindung bisher bedient hat. Wer bereits ein Ticket hat, kann auf andere Überfahrten umbuchen oder bekommt den vollen Preis erstattet.
Was das für Törnplaner konkret bedeutet
Die Strecke Portsmouth–Le Havre war für viele Seglerinnen und Segler ein praktisches Nadelöhr: Man ließ das eigene Boot im Heimatrevier, reiste per Flugzeug nach England, segelte entlang der Südküste Richtung Bretagne und nahm von Le Havre aus die Fähre zurück nach Portsmouth. Mit dem Wegfall dieser Verbindung reißt ein kleines, aber feines Glied in der Kette – und das mitten in der Sommersaison. Gleichzeitig trifft es nicht nur diese eine Linie. Brittany Ferries hatte bereits im Juni angekündigt, auch die Route Poole–Cherbourg aufzugeben. Begründet wird der Schritt unter anderem mit einer finanziellen Belastung von rund 27 Millionen Euro im Jahr 2026: steigende Steuern, Rückzahlungen aus den Corona-Hilfskrediten, weniger Reisende sowie zusätzliche Kosten aus dem europäischen Emissionshandel. Das Unternehmen erklärte, der wirtschaftliche Kontext mache diese Routen nicht länger tragbar – auch wenn man weiter auf umweltfreundlichere Schiffe setze.
Was bleibt – und wie du jetzt planen kannst
Bevor du in Hektik gerätst: Die großen Verbindungen ab Portsmouth bleiben nach Angaben der Reederei bestehen – mit regelmäßigen Überfahrten nach Caen, Cherbourg und Saint-Malo in Frankreich, nach Guernsey auf den Kanalinseln sowie nach Santander und Bilbao in Spanien. Für Törnplanerinnen und Törnplaner heißt das: Die Rückreise aus der Bretagne ist weiterhin möglich, nur eben nicht mehr so direkt wie früher über Le Havre. Etwas mehr Vorlauf bei der Buchung, ein wachsames Auge auf die Website der Reederei und die Bereitschaft, den Heimweg flexibel zu legen – das ist die neue Normalität.
Mein Rat aus eigener Erfahrung: Rechne nie mit der letzten Fähre des Tages, geschweige denn der letzten der Saison. Wenn Crew aus dem Ausland anreist oder das Schiff am Ende der Reise zurück an seinen Liegeplatz muss, ist ein Puffer von zwei, drei Tagen Gold wert. Ruhe, Vorbereitung und ein Plan B in der Schublade – das nimmt dir in einer fremden Marina viele schlaflose Stunden, bevor sie überhaupt entstehen können.