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Was wir von der Irish Multihull Championship für unsere Segeltörns lernen können

Wie Sail World Cruising berichtet, versammelt sich in diesen Tagen in Ballyholme ein Feld aus Großbritannien und Irland zur Victoria Pinkerton Irish Multihull Northern Championship – mit…

aktualisiert 23. September 2026

Was wir von der Irish Multihull Championship für unsere Segeltörns lernen können

Wind, Vorbereitung und ein Stück Irland

Wie Sail World Cruising berichtet, versammelt sich in diesen Tagen in Ballyholme ein Feld aus Großbritannien und Irland zur Victoria Pinkerton Irish Multihull Northern Championship – mit Bürgermeister, Sponsoren und Crews, die teils von weit her anreisen. Auch wenn wir auf der SY-MANATEE keine scharfen Wettfahrten segeln, lohnt sich der Blick auf diese Regatta-Woche: Sie erinnert uns leise daran, wie viel Ruhe, Umsicht und Vorbereitung in jedes Manöver gehört, das wir am Pinne entscheiden.

Was die Meisterschaft mit unserem Alltag zu tun hat

Multihulls leben vom scheinbaren Wind, vom frühen Reffen und vom sauberen Steuern in Böen – genau die Disziplin, die wir uns auf jedem Törn erarbeiten. Die Teilnehmer in Ballyholme kommen aus einer Region, in der Gezeiten, Strömung und Fallwinde den Takt bestimmen. Wer dort vorne mitsegeln will, kennt nicht nur Boot und Trimm, sondern auch das Revier beim Namen: die Gezeiten, die Strömung vor der Bucht, die Fallwinde hinter den Klippen. Mir ist genau das einmal vor Skagen passiert – ich kannte das Boot in- und auswendig, aber das Revier nur grob, und genau diese Lücke hat mir eine unangenehme Stunde an der Pinne eingebracht. Ortskenntnis bleibt der Humus, auf dem schnelle Entscheidungen wachsen – gerade, wenn der Wind an der Windkante plötzlich kippt und die Welle quer zur Schiffsbewegung steht.

Was die Regatta-Crews uns voraushaben, ist nicht das Tempo, sondern die Routine: Wer einen Trimm vor der Wettfahrt durchspricht, geht die gleichen Schritte am Vorabend noch einmal in Zeitlupe durch – Leinen, Schoten, Reffleinen. Diese kleine Schleife nimmt einem am Morgen den größten Stress. Wir übertragen das auf unsere Törns: Vorbereitung ist kein lästiger Pflichtteil, sondern das, was uns im Ernstfall den Kopf freihält.

Drei Meldungen, ein Faden – und was wir mitnehmen

Neben der irischen Meisterschaft berichten Yahoo und Devdiscourse von zwei weiteren Saisonhöhepunkten: Eine Alumna der Jacksonville University habe in Irland einen Segel-Weltmeistertitel geholt, und beim RORC-Saisonabschluss habe Craigie mit Bellino ihren Punkte-Titel verteidigt – es ist bereits der vierte Streich in dieser Saison. Drei Meldungen, ein gemeinsamer Faden: Wer über Jahre dranbleibt, Törns plant statt spontan loslegt und das eigene Boot wirklich kennt, sammelt genau jene Erfahrung, die im entscheidenden Moment den Unterschied macht. Genau diese Sorte Gelassenheit wünsche ich mir jedes Jahr wieder aufs Neue – auf Regatten wie auf unseren Reisen. Wenn ihr in den nächsten Wochen Richtung Irische See oder Westküste plant: Nehmt euch einen Abend für Wetter- und Tidenbesprechung, übt das Reffen bei moderatem Wind, solange noch Zeit ist – und schaut euch das Revier vorher an, statt im Hafen zu fragen, „was geht". Mehr Kaffee, weniger Gennaker – und ein bisschen mehr Sicherheit für alle an Bord.

Worauf wir in den nächsten Tagen achten

Wer die Ergebnisse aus Ballyholme im Blick behalten möchte, schaut am besten bei den Klassenvereinigungen vorbei – die Siegerliste einer Multihull-Meisterschaft gibt Aufschluss über die Windbedingungen der gesamten Region. Verfolgt man den Faden weiter, lohnt sich für unsere Törnplanung ein Blick auf die gleichen Wind- und Tidendaten – nur mit dem Unterschied, dass wir langsamer unterwegs sind und uns die Reaktionszeit nehmen, die eine Regatta-Crew nicht hat.