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Rettung vor der Isle of Arran: Was wir aus dem Überbordgehen lernen

Nach einer halben Stunde in der rauen See vor Lochranza haben Küstenwache und Rettungshubschrauber einen Segler am vergangenen Freitag lebend geborgen.

aktualisiert 22. September 2026

Rettung vor der Isle of Arran: Was wir aus dem Überbordgehen lernen

Es war kein Zufall, dass er diese Zeit im Wasser überstanden hat – und genau das ist die Lektion, die jeder von uns an Bord mitnehmen sollte.

Wie es ablief

Gegen 15 Uhr britischer Zeit ging bei MRCC Belfast der Mayday ein: Augenzeugen hatten gesehen, wie ein Mann unweit der Isle of Arran von seiner Yacht gestürzt war. Das Arran Coastguard Rescue Team erreichte die Unfallstelle innerhalb von zehn Minuten, doch die eigentliche Bergung war alles andere als Routine. Selbst für den Rettungshubschrauber 199 aus Prestwick war es schwierig, den Verunglückten zu orten – die Wellen verdeckten ihn immer wieder, und selbst die Tiefenwahrnehmung aus der Luft spielte nicht mit. Wegen starker Turbulenzen über Lochranza landete der Helikopter schließlich in Catacol, von dort wurde der Mann, inzwischen sehr unterkühlt, direkt ins Krankenhaus auf das Festland geflogen. Koordiniert wurde die ganze Aktion von Belfast aus; beteiligt waren neben dem Hubschrauber das Coastguard-Team, die RNLI, Calmac, ein Fischereifahrzeug und nicht zuletzt die Erstmelder an Land, die den Verunglückten die ganze Zeit im Blick behielten und den Rettungskräften den Weg wiesen.

Was bleibt für uns

Wer selbst einmal an der Pinne stand, als jemand über Bord ging – oder wer wie ich diese Szene in Gedanken immer wieder durchspielt –, der weiß, wie schmal der Grat zwischen Schrecken und Routine ist. In diesem Fall hat der Segler seine vollständige Rettungsausrüstung getragen: das hat ihm die halbe Stunde im Wasser überhaupt erst ermöglicht. Wer einen Schritt weiter gehen will, ergänzt seine Ausrüstung um einen Personal Locator Beacon, der die eigene Position direkt an die Retter funkt – eine kleine Anschaffung mit großer Wirkung. Ebenso entscheidend war an diesem Tag die Wachsamkeit der Ersthelfer an Land: ohne sie hätte man den Mann in der rauen See leicht aus den Augen verloren. Mir ist das in einer ähnlichen Situation vor Skagen einmal selbst so gegangen, und seitdem steht bei mir an Bord fest: Vorbereitung entscheidet im Ernstfall oft mehr als jede schnelle Reaktion. Eine gute Rettungskette beginnt schon im Hafen, mit der passenden Ausrüstung, der richtigen Kleidung und dem ehrlichen Blick darauf, was bei rauer See wirklich trägt – und was nur auf dem Papier gut aussieht.