Segeln auf der Mersey: Gezeiten und Schiffsverkehr am 20. September
Wie LBN Daily in seinem aktuellen Revierüberblick zusammenstellt, ist der 20.

Tide und Schiffsverkehr auf der Mersey – was Segler am 20. September wissen sollten
Es gibt diese Momente an Bord, in denen man heilfroh ist, vorher einmal gründlich aufgeschaut zu haben. Kurz bevor der erste Schub der Tide greift. Bevor der erste Frachter aus einer Seitenrinne schiebt. Genau da entscheidet sich, ob ein Sonntag auf der Mersey entspannt verläuft – oder zur Nervenprobe wird. Wer hier segelt, ob Richtung Liverpool, Belfast, Dublin oder Isle of Man, kommt an einer ehrlichen Reviervorbereitung nicht vorbei.
September auf der Mersey ausgesprochen lebhaft. Die Peregrine, ein Frachtschiff von und nach Irland unter dem Agenten CLdN Ro Ro, kreuzt ebenso das Revier wie die Armia Krajowa. Dieser Bulk Carrier transportiert Biomasse aus den USA und wird über Peel Ports Logistics abgefertigt. Dazu gesellt sich die Viking Mara, ein Kreuzfahrtschiff mit Kurs Irland, betreut von Denholm Port Services. Drei große Schiffe in einem Fahrwasser, das für Segler ohnehin wenig Raum zum Atmen lässt.
Fährzeiten, Fahrwasser und Funkkanäle
Für alle, die selbst in der Region unterwegs sind oder einen Törn nach Westen planen, lohnt ein genauer Blick auf die Fährpläne. Von Birkenheads Twelve Quays Terminal läuft die Stena Edda um 11 Uhr nach Belfast aus, die Stena Embla folgt um 22:30 Uhr. Aus dem Liverpooler Brocklebank Dock startet ein Seatruck-Schiff um 23 Uhr Richtung Dublin. Die Manannan verlässt das Isle of Man Terminal um 19:15 Uhr.
Mein Rat, und der kommt aus eigener Lehrstunde: Vor jeder Passage auf der Mersey schreibe ich mir drei Dinge auf einen Notizzettel, bevor ich die Leinen loswerfe. Erstens: Welches Tidefenster nutze ich, und ist die Strömung beim Einlaufen eher mit mir oder gegen mich? Zweitens: Welche Funkkanäle muss ich hören – VTS, Hafen, Schiffsverkehr allgemein? Drittens: Wo genau liegen die Fährtrassen, in denen ich auf gar keinen Fall kreuzen sollte? An einem Tag mit dieser Dichte an kommerziellem Verkehr sind das keine optionalen Gedanken, sondern Pflicht. Wer hier mit halber Aufmerksamkeit segelt, riskiert nicht nur Ärger, sondern im Ernstfall echte Gefahr.
Vorausblick Kinsale – Irlands Südküste lockt
Während an der Mersey die Tide den Takt vorgibt, richtet sich an der irischen Südküste der Blick schon nach vorn. Wie afloat.ie meldet, lädt der Kinsale Yacht Club am 27. September zu seinem traditionellen „At Home". Für Crews, die ohnehin zwischen Liverpool und der Südwestküste unterwegs sind, eine schöne Gelegenheit, die Reise nicht nur als Transit zu sehen, sondern bewusst Station zu machen – solange das Herbstwetter noch die eine oder andere ruhige Bucht zulässt.