Sturm in der Irischen See: Steam Packet streicht Fährverbindungen
Die Isle of Man Steam Packet Company hat am vergangenen Freitag gleich zwei Abfahrten der schnellen Manannan auf die Kippe gestellt – Grund war eine vorhergesagte Schlechtwetterlage über der Irischen See.

Sturmwarnung zwischen Douglas und Liverpool
Für uns Segler ist das mehr als eine lokale Fährnmeldung, denn die Entscheidung zeigt sehr deutlich, wie ernst selbst routinierte Berufsschiffer eine Wetterprognose nehmen, wenn sie auf der Kante zwischen Man und Liverpool unterwegs sind.
Was genau betroffen war
Nach Angaben von iomtoday.co.im galten die 15-Uhr-Abfahrt von Douglas nach Liverpool und die Rückfahrt um 19:15 Uhr von Liverpool zurück nach Douglas als gefährdet. Die endgültige Entscheidung, ob die Fähren auslaufen, wollte der Kapitän bis spätestens 13 Uhr am Freitag, dem 18. September, treffen. Beide Dienste werden laut Bericht vom Highspeed-Fahrzeug Manannan bedient, das sonst zwischen Liverpool und Larne pendelt. Die übrigen für den Tag geplanten Steam-Packet-Verbindungen – darunter die frühen Überfahrten zwischen Heysham, Douglas und Larne – sollten zunächst planmäßig stattfinden. Passagieren wurde empfohlen, vor Anreise den aktuellen Sailing-Status auf der Reederseite zu prüfen.
Wie es am Samstag weiterging
Wie 3FM Isle of Man berichtet, hat sich die Vorsicht gelohnt: Die Wetterlage entwickelte sich tatsächlich zu einem Sturm, die ursprünglichen Verbindungen fielen aus. Als Reaktion legte die Steam Packet für den Samstag zwei zusätzliche Liverpool-Überfahrten auf. Demnach sollte eine Fähre um 11 Uhr in Liverpool ablegen und um 14 Uhr auf der Isle of Man eintreffen, die zweite dann um 15 Uhr in Douglas starten und Liverpool um 17:45 Uhr erreichen. Zusätzlich wurde die für Samstag regulär geplante 10-Uhr-Abfahrt aus Douglas auf 7:15 Uhr vorgezogen.
Was wir aus dieser Geschichte mitnehmen
Mir ist genau das schon passiert – ich habe vor Jahren eine Überfahrt nach Skagen geplant und mich an meinem eigenen Zeitplan festgebissen, obwohl der Wetterbericht längst Rot gezeigt hat. Genau hier hilft der Blick auf die Steam Packet: Selbst eine Reederei mit jahrzehntelanger Erfahrung und modernen Computern an Bord kippt Fahrten, wenn Wind und Welle ungünstig stehen. Das ist keine Schwäche, sondern Umsicht. Für unsere Törnplanung bedeutet das konkret: Prüft die Wetterlage nicht erst am Vorabend, sondern mindestens zwei bis drei Tage vorher, haltet einen Plan B in der Schublade und plant einen Sicherheitstag ein, bevor es wirklich ernst wird. Wer auf Reede oder unterwegs zwischen zwei Häfen liegt, sollte die Entscheidung des Kapitäns als das lesen, was sie ist – ein ehrliches Signal, heute nicht auszulaufen. Die Freiheit unter Segeln beginnt nicht dort, wo wir die See zwingen, sondern dort, wo wir ihre Sprache verstehen und entsprechend handeln.