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Was Fahrtensegler von der RORC Round Britain and Ireland Regatta lernen können

Nach Berichten von Sail World Cruising ist das RORC Round Britain and Ireland Race gestartet – jene Offshore-Langstrecke, die einmal komplett um die Britischen Inseln führt.

aktualisiert 12. September 2026

Was Fahrtensegler von der RORC Round Britain and Ireland Regatta lernen können

Wir liegen mit der SY-MANATEE meist in ruhigeren Gewässern, trotzdem lohnt der Blick: Solche Läufe zeigen uns, womit Crews in den Revieren rechnen müssen, die wir bei passendem Wetter gern ansteuern – und liefern Hinweise, die in unsere Törnplanung einfließen.

Was eine Umrundung über unser Fahrwasser verrät

Wer einmal rund um Britannien segelt, streift praktisch jede Wasserlage, die uns Fahrtenseglern ebenfalls begegnen kann – die engen Passagen im Englischen Kanal, den Tidewirbel vor Portland, die offene See westlich von Irland und die Nordspitze Schottlands, wo das Wetter binnen Stunden kippen kann. Genau darauf achte ich jedes Mal, wenn ich Berichte einer solchen Regatta lese: Wir laufen die gleichen Reviere ab, nur in kleinerem Rahmen. Wenn dort Teilnehmer reffen, Schutz aufsuchen oder auf ein Wetterfenster warten, sagt das viel über die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort – und genau das ist auch für unsere Törnplanung wertvoll.

Drei Gedanken, die ich aus den Regatten mitnehme

Aus den spärlichen Details zur Vorberichterstattung lässt sich zwar kein konkreter Handlungstipp ableiten, aber drei Grundregeln, die mir in meiner eigenen Segelpraxis immer wieder begegnen:

Reff 1 liegt frühmorgens, nicht mittags. Ich erinnere mich an eine Passage, auf der ich zu lange auf „passt schon" gesetzt habe – bis die Böenlinie kam und ich unter Druck nachsetzen musste. Was in jeder Regatta gilt, gilt auch für unsere Törns: Wenn die Vorhersage auffrischt, ist das erste Reff bereits drin, bevor die See weiß wird.

Tidenfenster sind nicht verhandelbar. Meerengen wie der Englische Kanal verlangen Respekt vor dem Wasserstand. Während der Regatta wird das penibel geplant, im Fahrtenbetrieb gerät es schnell in Vergessenheit. Mein Vorschlag: Tidenkalender und Hafenhandbuch liegen offen auf dem Kartentisch, nicht vergraben im Schapp.

Die Stimmung an Bord zählt mehr als das Barometer. Wenn jemand unruhig wird oder die See ungewohnt hoch läuft, ist das ein Signal. Über die Jahre habe ich gelernt, solchen Hinweisen mehr zu vertrauen als jeder noch so schönen Prognose.

Worauf ich in den kommenden Tagen besonders achte: wo die Flotte abbremst oder abwettern muss und welche Häfen als Schutz angelaufen werden. Diese Hinweise landen bei mir direkt in der Revierplanung für den nächsten Manatee-Törn – nicht als feste Regel, aber als ehrlicher Anhaltspunkt, wo man im Zweifel lieber einen Tag länger im Hafen bleibt, statt sich auf die eigene Wetterfestigkeit zu verlassen.