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Siebenstündige Rettungsaktion: Sechs Segler nach Kollision vor der irischen Küste geborgen

Am frühen Samstagmorgen des 12. September startete die Red Bay RNLI einen Einsatz, der sieben Stunden dauern sollte.

aktualisiert 13. September 2026

Siebenstündige Rettungsaktion: Sechs Segler nach Kollision vor der irischen Küste geborgen

Als um 3:22 Uhr das Mayday kam

Sechs Segler saßen mit ihrer 46-Fuß-Yacht vor der Küste von Cushendall fest, nachdem sie bei 60 Knoten Wind eine Fischfarm gerammt hatten und ohne jede Steuerung dalagen. Was als Törn von Oban nach Portugal begonnen hatte, endete in einer Nacht mit Windstärke 9, schwerem Regen und völliger Dunkelheit.

Der Ablauf an der Antrim Coast

Nach dem Mayday, das bei der Belfast Coastguard eingegangen war, lief das Allwetter-Rettungsboot unter Coxswain Paddy McLaughlin mit fünf Besatzungsmitgliedern sofort aus, das Inshore-Boot folgte. Vor Ort bestätigte sich, dass alle sechs Personen zwar unverletzt, aber in den Fischkäfigen eingeschlossen waren. Bei den Bedingungen entschied der Coxswain, die Segler bis zum Tageslicht um 7:30 Uhr an Bord zu lassen und in Sichtweite zu bleiben. Als es hell wurde, gelang es der Crew um 9:30 Uhr, das Schiff freizuarbeiten, und um 10 Uhr erreichten alle sicher Glenarm, wo die Larne Coastguard übernahm.

Drei Lehren für die nächste Passage

Ich gebe zu: Mir ist genau das 2018 vor Skagen passiert – ich habe auf den letzten Drücker abgelegt, weil das Wetter „ja noch ging". Heute weiß ich: Wenn der Wetterbericht 50 Knoten plus sagt, gehört die Crew in den Hafen, nicht aufs Wasser. Für alle, die entlang der britischen oder irischen Küste unterwegs sind, drei Gedanken zum Mitnehmen:

  • Fischfarmen im Plotter prüfen. Die meisten elektronischen Karten verzeichnen sie, aber nicht immer aktuell. Vor Törnbeginn lohnt sich ein Blick auf die Revierführer und aktuelle AIS-Daten.
  • Schwerwetter-Plan B immer parat. Nicht nur „wo laufen wir ein", sondern auch „wo bleiben wir sicher auf See". In diesem Fall war genau das die Rettung – die Yacht halten und auf das Tageslicht warten.
  • Stand-alone-Kommunikation nicht vergessen. Das Mayday kam offenbar durch, obwohl die Yacht keinen Strom mehr hatte. Ein Handfunkgerät mit Ersatzakku, wasserdicht verpackt, gehört zur Grundausstattung.

Coxswain Paddy McLaughlin dankte nach dem Einsatz seinen Leuten für deren selbstlosen Einsatz in einer herausfordernden Nacht. Wer selbst einmal in einer ähnlichen Situation an der Pinne stand, weiß, was diese sieben Stunden für alle Beteiligten bedeutet haben. Das Meer macht keine Kompromisse – aber es antwortet auf Ruhe, Umsicht und gute Vorbereitung.