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Meldung

Yacht vor Port St Mary auf Drift: Rettungseinsatz verhindert Strandung an den Felsen

Kurz nach 20 Uhr am Montagabend liefen in Port St Mary auf der Isle of Man beide Boote der örtlichen RNLI-Station aus, weil sich eine Yacht aus ihrer Mooring im Hafen losgerissen hatte und über die Bay ny Carrickey in Richtung Cronnag und Black Rocks trieb.

aktualisiert 08. September 2026

Yacht vor Port St Mary auf Drift: Rettungseinsatz verhindert Strandung an den Felsen

Das ist genau die Sorte Anruf, bei der jeder Eigner kurz den Atem anhält – und genau die Konstellation, die zeigt, wie viel Vorbereitung wirklich in einem vermeintlich ruhigen Liegeplatz steckt.

Was die Crew an dem Abend vorgefunden hat

Nach Angaben der Port St Mary RNLI liefen das Allwetter-Boot Henry Heys Duckworth aus der Trent-Klasse mit sechs Freiwilligen an Bord und das Inshore-Boot Frank Martin aus der D-Klasse mit vier weiteren Besatzungsmitgliedern aus. Die Yacht trieb zu diesem Zeitpunkt im Bereich Cronnag und Black Rocks, vor dem Shore Hotel. Die Bedingungen waren, vorsichtig formuliert, alles andere als einladend: auflaufendes Wasser, schwindendes Tageslicht, frischer Wind und zahlreiche Hummerkörbe in der Umgebung.

Zwei Crewmitglieder gingen an Bord, um sicherzugehen, dass niemand auf der Yacht war, und um den Zustand des Schiffes einzuschätzen. Die Lage war eindeutig: hätte die Yacht weitergetrieben, wäre sie weiter auf die Felsen gedrückt worden, mit dem Risiko, dass Treibstoff, Öl und Trümmer ins Meer gelangten und die Küste verschmutzt hätten. Die Crew baute eine Schleppverbindung auf, löste die gebrochene Mooring und brachte die Yacht gemeinsam zurück in den Hafen.

Ein Crewmitglied der Station brachte es anschließend auf den Punkt: Man sei stolz auf die Teamarbeit gewesen, und ohne das Eingreifen hätte es leicht ein ganz anderes Ende genommen – mit dem Verlust der Yacht und einer Umweltbelastung, die alle an der Küste betroffen hätte.

Was wir daraus mitnehmen

Mir ist genau das in einer ähnlichen Konstellation einmal passiert – nicht vor Felsen, aber mit einer Mooring, die ich viel zu lange nicht mehr kontrolliert hatte. Genau deshalb ist dieser Einsatz mehr als eine Tagesmeldung. Drei Punkte, die ich seitdem konsequent beachte:

  • Eine Mooring ist kein wartungsfreies System. Leine, Vorlaufkette und Ankergrund arbeiten weiter, auch wenn das Schiff stillsteht. Wer seine Yacht für Tage oder Wochen in einer Tidengegend an einer Mooring lässt, sollte den Zustand regelmäßig prüfen oder jemanden vor Ort haben, der das übernimmt.
  • Wenn niemand an Bord ist, muss das Manöver trotzdem funktionieren. Die Yacht auf der Isle of Man war zum Glück leer – das hat den Einsatz vereinfacht. Wer ein Schiff allein an einer Mooring zurücklässt, sollte sich fragen, ob ein Not-Ablassen wirklich möglich ist und ob im Hafen jemand weiß, dass das Schiff dort liegt.
  • Tidengewässer wie rund um die Isle of Man verzeihen wenig. Bei auflaufendem Wasser, schwindendem Licht und einer frischen Brise wird aus einer harmlosen Übung schnell ein Wettlauf gegen die Uhr. Tidenfenster, Windentwicklung und Sichtbedingungen gehören in die Törnplanung, nicht erst in den Notfall.

Am Ende war dieser Abend ein guter Ausgang: zehn Freiwillige, kein Personenschaden, keine Umweltbelastung. Aber die Geschichte bleibt eine stille Erinnerung daran, dass Ruhe am Liegeplatz keine Ruhe der Leine ist – sondern Ruhe der Vorbereitung.