manatee-segeln

Echte Logbücher und die Freiheit unter Segeln.

Meldung

Segel-WM in Dublin: Warum die Irische See für Regattasegler zur echten Herausforderung wird

September 2026, wie Team Ireland berichtet.

aktualisiert 14. September 2026

Segel-WM in Dublin: Warum die Irische See für Regattasegler zur echten Herausforderung wird

Dublin Bay bekommt in diesen Septembertagen Besuch von rund 110 Seglerinnen aus 45 Nationen – die Frauen-ILCA-6-Weltmeisterschaft läuft dort vom 7. bis 12. September 2026, wie Team Ireland berichtet. Für die beiden gastgebenden Clubs, den Royal St George Yacht Club und den National Yacht Club, ist es das erste Mal, dass diese olympische Einhandklasse in Irland ausgetragen wird. Wer schon einmal in der Dubliner Bucht unterwegs war, weiß: Das Revier macht keine Geschenke, und genau das macht diese Meisterschaft für alle, die Törns in die Irische See planen, besonders spannend.

Dublin Bay als Lehrmeisterin

Wer Eve McMahon segeln sieht, könnte fast vergessen, dass sie auf einem der tückischsten inneren Gewässer Europas trainiert hat. Wie Sport for Business berichtet, kommt die 22-Jährige vom Howth Yacht Club und geht als Weltranglistenzweite an den Start. Ihre Konkurrentinnen haben die kurze, steile Welle und die schnellen Winddreher der Bucht nicht im Blut – McMahon schon. Genau diese kleinen, lokalen Bedingungen sind es, die bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied zwischen Podium und Mittelfeld machen können.

Mir ist genau das 2018 vor Skagen passiert: Ich hatte das Revier studiert, die Tidetabellen auswendig im Kopf – und trotzdem hat mich ein plötzlicher Rechtsdreher im Kattegatt drei Plätze gekostet. Vorbereitung ist alles, aber am Ruder zählt, wer die Bedingungen im Schlaf kennt.

Wer in der Bucht sitzt

Neben McMahon startet mit Annalise Murphy eine der prägendsten irischen Seglerinnen überhaupt. Ihre Silbermedaille von Rio 2016 ist zehn Jahre her, wie Sport for Business schreibt; nach Tokio war sie zurückgetreten, in diesem Sommer sitzt sie wieder im Boot – als frischgebackene Mutter, ohne Leistungsdruck, einfach aus Freude am Segeln. Komplettiert wird das irische Quartett durch Lucy Ives vom Royal St George Yacht Club und Sienna Wright von Howth, womit zwei jüngere Athletinnen die Chance auf eine Heim-WM bekommen.

Das internationale Feld ist gespickt mit Medaillengewinnerinnen: Die Französin Louise Cervera kommt als Titelverteidigerin, die Polin Agata Barwińska als Vize-Weltmeisterin von 2025, die Belgierin Emma Plasschaert als zweimalige Weltmeisterin. Aus Norwegen ist Line Flem Høst dabei, Olympia-Bronzegewinnerin von Paris. Für uns Revier-Interessierte heißt das: hochklassiger Sport auf einem Wasser, das Kondition und Technik gleichermaßen fordert.

Was wir mitnehmen können

Das Programm ist eng: fünf Qualifikationstage, die besten Zehn segeln am Samstag in einer neuen Final-Serie mit zwei Rennen, der Rest bestreitet ein weiteres Qualifikationsrennen. Die Frauen-WM folgt direkt auf die ILCA-7-Weltmeisterschaft der Männer, die Ungarns Jonatán Vadnai Ende August auf Dublin Bay gewonnen hat – beide Events zusammen bringen laut Sport for Business mehr als 250 der weltbesten Seglerinnen und Segler in die Bucht.

Für jeden, der selbst mit einer Yacht Richtung Britische Inseln unterwegs ist, lohnt der Blick über die Ergebnislisten weniger als der Blick über die Schulter derer, die dort bei zehn Knoten Wind und kurzer Welle ihre Linie halten. Das ist die Lehre, die uns diese Bucht mitgibt: Wer sich auf das Wasser wirklich einlässt, lernt Bedingungen kennen, die in keinem Lehrbuch stehen.